Die Scrum Methode kurz erklĂ€rt! So funktioniert der agile Superstar 💡 (2023)

Überall scheint die Rede von ihr zu sein und die meisten Leute wirken ĂŒberzeugt: Die Scrum Methode. Sie stammt ursprĂŒnglich aus der Softwareentwicklung und verspricht zahlreiche Vorteile fĂŒr Teams und Unternehmen. Wir erklĂ€ren dir heute, was es mit der Scrum Methode auf sich hat, wie sie funktioniert und ob sie auch fĂŒr dich Vorteile bereithĂ€lt.

Zusammen stark wie im Rugby: Die Scrum methode

WĂ€hrend die Scrum Methode aus der IT stammt, hat der Begriff seine Herkunft im Sport. Und zwar im Rugby. Dort beschreibt Scrum einen bestimmten Spielzug, bei dem die Teammitglieder dicht aneinander gedrĂ€ngt stehen. Die Scrum Methode spielt damit darauf an, dass man als Team stĂ€rker ist als allein und nur so den modernen Anforderungen gewachsen ist. In Scrum können die Beteiligten zwar auch alleine fĂŒr sich arbeiten, trotzdem befinden sie sich stets in einem sogenannten Scrum Team – aber dazu spĂ€ter mehr.

Diese Analogie zum Rugby stammt ursprĂŒnglich von den beiden japanischen Wirtschaftswissenschaftlern Ikujirƍ Nonaka und Hirotaka Takeuchi, die in den 80ern erstmals vom sogenannten „Rugby-Approach“ schrieben. Ihr Ansatz besagte, dass sehr komplexe ZusammenhĂ€nge und Entwicklungen vor allem durch die rĂ€umliche NĂ€he des verantwortlichen Teams zum Erfolg werden.

Die Geschichte der Scrum Methode

Obwohl die beiden japanischen Wissenschaftler den Scrum-Begriff bereits in den 80ern prĂ€gten, gelten heute Jeff Sutherland und Ken Schwaber als die BegrĂŒnder der Scrum Methode, da sie den Rugby-Approach um 1995 weiterentwickelten. 2001 veröffentlichten sie erstmals den sogenannten Scrum Guide in dem die Strukturen und GrundzĂŒge der Methode beschrieben sind. Seitdem wird der Guide regelmĂ€ĂŸig aktualisiert und passt sich (ganz nach Scrum) neuen Gegebenheiten an.

Sutherland und Schwaber, die gern als die „VĂ€ter von Scrum“ bezeichnet werden legen Scrum zwar als offenes Framework dar, behaupten aber dennoch, dass das Rahmenwerk nur durch die Anwendung all der beschriebenen Inhalte von Scrum auch zum versprochenen Erfolg fĂŒhren kann. Wer die Methode abĂ€ndert, riskiert dadurch also einen QualitĂ€tsverlust.

Agiles Arbeiten mithilfe von Scrum

Die Scrum Methode ist eine sogenannte agile Herangehensweise, was bedeutet, dass sie bestimmte Vorteile, wie FlexibilitÀt und Wendigkeit mit sich bringen soll. In der schnellen und dynamischen Welt mit ihren stÀndigen neuen Anforderungen bleiben Unternehmen mithilfe von Methoden wie Scrum wendig und schnell.

Innerhalb der Welt der AgilitÀt gibt es zahlreiche, verschiedene Methoden unter denen allerdings Scrum die beliebteste ist. 85% aller Unternehmen, die agil arbeiten, verwenden zumindest zu Teilen das Scrum Rahmenwerk. Doch wieso liegt Agiles Arbeiten so im Trend? Und welche Rolle spielt Scrum dabei?

Die großen Stichworte der AgilitĂ€t lauten unserer Meinung nach Selbstorganisation, Iteratives Arbeiten und Kundenfokus. Diese Punkte sorgen dafĂŒr, dass Teams und Unternehmen in ihrer Branche flexibler werden und nicht nur starr einem Kurs folgen. Denn das ist heutzutage erforderlich, um nicht aus dem Markt verdrĂ€ngt zu werden. Kundinnen und Kunden werden ungeduldiger und sind schnellen Service und unmittelbare Reaktionen gewöhnt. Kann ein Produkt oder ein Unternehmen ihnen nicht genau das bieten, was sich die Kund*innen wĂŒnschen, ist es heutzutage viel ĂŒblicher, dass sich diese Kund*innen einen anderen Anbieter suchen. Daher ist es erforderlich, auf die WĂŒnsche und Erwartungen der Menschen reagieren zu können.

Die Scrum Methode und ihre Bestandteile

Die Scrum Methode dient also dazu, komplexe Prozesse und Strukturen zu vereinfachen und das Produkt, sowie die Zusammenarbeit dabei stets empirisch und iterativ zu verbessern. Dabei baut das Rahmenwerk auf die sogenannte empirische Prozesskontrolle auf. Die Theorie der empirischen Prozesskontrolle beruht auf der Annahme, das Wissen aus Erfahrung entsteht: Und so funktioniert auch Scrum. Teams sammeln immer mehr Erfahrung und können dadurch auch besser werden und dementsprechend auch ihr Produkt verbessern. Die drei SĂ€ulen, auf die diese empirische Prozesskontrolle aufbaut sind Transparenz, ÜberprĂŒfung und Adaption. Das heißt also: Bestehende Prozesse werden begutachtet, Verbesserungspotenzial herausgefunden und die Prozesse werden dementsprechend angepasst und erzielen in Folge eine Verbesserung.

Die weiteren Bestandteile des Rahmenwerks sind die Rollen, Events und Artefakten in einem Scrum Projekt. Dazu mehr in den nÀchsten Kapiteln.

Die drei Rollen eines Scrum Teams

Das ideale Scrum Team besteht – den beiden GrĂŒndern zufolge – aus drei bis neun Personen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Unternehmen mit mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nach Scrum arbeiten könnten. Das Rahmenwerk lĂ€sst sich relativ einfach grĂ¶ĂŸer skalieren, indem mehrere Scrum Teams gebildet werden.

Ein solches Scrum Team besteht aus einem Scrum Master, einem Product Owner und den Entwickler:innen. Sie arbeiten gemeinsam an der Entwicklung der sogenannten Inkremente. Streng genommen zÀhlen zum Scrum Team auch noch die Stakeholder, obwohl diese nicht aktiv an der Entwicklung des Produktes oder der Dienstleistung beteiligt sind. Zu den Stakeholdern gehören beispielsweise Kunden, externe Beteiligte oder Geldgeber.

Der Scrum Master

Die Rolle des Scrum Masters wird in einem Scrum Team von einer Person besetzt. Diese ist dafĂŒr verantwortlich, dass das Rahmenwerk im Projekt korrekt implementiert und eingesetzt wird. Gleichzeitig verkörpert er oder sie auch die Rolle eines Coaches, der sich um das Wohl der Entwickler:innen und einen angenehmen Workflow kĂŒmmert. Er oder sie kĂŒmmert sich also auch darum, dass die Kommunikation von außen mit den Scrum Team auf effiziente Scrum-entsprechende Weise stattfindet.

Der Product Owner

Der Product Owner ist, wie der Name vermuten lĂ€sst fĂŒr das Produkt verantwortlich und kĂŒmmert sich um dessen Wertmaximierung und den damit verbundenen geschĂ€ftlichen Erfolg. Er oder sie hat alle Aufgaben, die fĂŒr die erfolgreiche Entwicklung notwendig sind im Blick und steht außerdem in Kontakt mit den Stakeholdern, die wiederum Informationen von „außen“, also von der Marksituation darlegen können. Sollte es also zu Änderungen der Produktanforderungen kommen, liegt es am Product Owner, das Entwicklungsteam darĂŒber zu informieren und dessen To-Do’s im Product Backlog dementsprechend anzupassen.

Das sogenannte Product Backlog ist sein ein grĂ¶ĂŸtes „Werkzeug“ und ist eine Art Auflistung aller Produktanforderungen.

Die Entwicklerinnen und Entwickler

Die Entwickler:innen in einem Scrum Team sind fĂŒr das „Wie?“ verantwortlich. Sie kĂŒmmern sich in einem geschĂŒtzten Rahmen darum, das zu entwickelnde Produkt Sprint fĂŒr Sprint fertigzustellen und am Ende eines jeden Sprints ein fertiges Inkrement entwickelt zu haben. Die Entwickler:innen arbeiten innerhalb ihres Teams interdisziplinĂ€r. Sie haben also alle verschiedene Kompetenzen und Verantwortlichkeiten und werden nicht nach diesen sortiert und dementsprechend zusammengesetzt.

Die drei Artefakte

Die Scrum Methode beinhaltet neben den Rollen und den Events (zu denen wir spĂ€ter kommen) außerdem die drei Artefakte. Ein Artefakt ist eine Art Tool, das zur richtigen Anwendung von Scrum notwendig ist. Denn ohne den Einsatz der Artefakte könnte das Rahmenwerk nicht wie gedacht funktionieren.

Das Product Backlog

Das Product Backlog gehört, wie bereits erwĂ€hnt zu den ZustĂ€ndigkeiten des Product Owners. Darin sind alle Anforderungen aufgelistet, die fĂŒr die Fertigstellung des Produktes notwendig sind. Da diese vielen Anforderungen aber nicht von Tag 1 an vollstĂ€ndig bekannt sein können, ist das Product Backlog „lebendig“, also dynamisch. Es kann jederzeit vom Product Owner angepasst und verĂ€ndert werden. Aus dem allĂŒbergreifenden Product Backlog werden zu Beginn eines jeden Sprints bestimmte Aufgaben gezogen, die in diesem Sprint erledigt werden sollen. Damit befinden sie sich dann im sogenannten Sprint Backlog.

Das Sprint Backlog

Um das Sprint Backlog kĂŒmmern sich die Entwicklerinnen und Entwickler selbst. Sie ziehen sich zu Beginn des Sprints, die Aufgaben, die sie fĂŒr diesen Sprint vorsehen aus dem Product Backlog in das Sprint Backlog. Dieses Sprint Backlog kann dann von außen nicht mehr „berĂŒhrt“ werden. Das ist nur möglich, wenn gewisse Anforderungen, laut Product Owner obsolet geworden sind. Am Ende eines erfolgreichen Sprints, also nach der ErfĂŒllung der jeweiligen Anforderungen sollte ein fertiges Inkrement zustande gekommen sein.

Das Inkrement

Das Inkrement ist das „potentially releaseable“ Produkt, das am Ende eines jeden Sprint fertiggestellt werden sollte. Die Betonung liegt hier aber auf „potentially“, da natĂŒrlich nicht nach jeder Iteration zwangsweise eine Veröffentlichung stattfinden muss. Allerdings sollte potenziell ein „fertiges“ Produkt oder ein Teil dessen entwickelt sein.

Die fĂŒnf Scrum Events

Als letzten Teil der „Scrum Rules“ stellen wir hier die sogenannten Events, also die regelmĂ€ĂŸigen Meetings eines Scrum Projektes vor. Auch diese Events sind fĂŒr den Erfolg der Methode mitverantwortlich und sollten nicht außen vorgelassen werden, wenn nach Scrum gearbeitet wird. SelbstverstĂ€ndlich findet aber auch außerhalb dieser Events Kommunikation im Team statt.

Der Scrum Sprint

In einem Scrum Projekt wird iterativ vorgegangen, also quasi Schritt fĂŒr Schritt. Diese einzelnen Schritte werden nach Scrum Sprints genannt. Die LĂ€nge eines solchen Sprint kann zwischen einer und vier Wochen betragen. Jeder Sprint beinhaltet seine eigenen Produktanforderungen, die sich die Entwickler:innen selbst aussuchen und hat ein Inkrement zur Folge. Außerdem werden alle Sprint am Ende evaluiert, um sich fĂŒr den nĂ€chsten Sprint bereits zu verbessern.

Daily Scrum

Das wohl bekannteste Event der Scrum Methode, das auch außerhalb von Scrum gemanagten Projekten viel Beliebtheit erfĂ€hrt ist das sogenannte Daily Scrum, beziehungsweise einfach nur Daily. Es findet, wie sein Name schon sagt, tĂ€glich statt und dauert nie lĂ€nger als 15 Minuten. Timeboxen sind in Scrum immer streng einzuhalten!

Das Daily darf so gestaltet werden, wie seine Teilnehmenden das möchten. „Zwingend“ dabei sein mĂŒssen dabei nur die Entwicklerinnen und Entwickler. Außerdem soll es immer zur selben Zeit und am selben Ort stattfinden. Im Grunde geht es dabei darum, die Entwicklungsarbeit der letzten 24 Stunden zu besprechen und sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten.

Das Sprint Planning

Im Sprint Planning, das immer zu Beginn eines neuen Sprints stattfindet, werden die jeweiligen Aufgaben aus dem Product Backlog in das Sprint Backlog gezogen und der beginnende Sprint kann geplant werden. Am Sprint Planning nimmt das gesamte Scrum Team Teil mit dem Scrum Master in der Organisationsrolle.

Das Sprint Review

Das Sprint Review ist eines der beiden Events, die am Ende eines Sprints stattfinden. Dabei lĂ€dt der Product Owner alle Beteiligten, so wie potenziell auch die Stakeholder ein, um die aktuellen Ergebnisse zu prĂ€sentieren und die Entwicklungsarbeit transparenter zu machen. Das Ziel des Sprint Review ist ein ĂŒberarbeitetes und aktualisiertes Product Backlog.

Die Sprint Retrospektive

Das letzte Event in einem Scrum Sprint ist die Sprint Retrospektive, in der nochmal ein Blick auf den vergangenen Sprint geworfen wird. Der Scrum Master bereitet die Retrospektive mit dem Ziel vor, herauszufinden, was im letzten Sprint gut und was nicht so gut lief. Daraus sollen sogenannte Action-Items entstehen, also Punkte, die unverzĂŒglich umgesetzt werden können, um in der nĂ€chsten Iteration einen besseren Sprint garantieren zu können.

Die Vorteile der Scrum Methode

Obwohl Scrum seinen Ursprung in der Softwareentwicklung verzeichnet, ist die Methode heute lange nicht mehr auf nur eine Branche anzuwenden. Scrum erfreut sich in den unterschiedlichsten MĂ€rkten an Beliebtheit – und das weltweit.

Das ist nicht verwunderlich, denn das agile Framework verspricht zahlreiche Vorteile.

  • Die verbesserte Möglichkeit auf Ă€ußerliche VerĂ€nderungen zu reagieren
  • Vermehrte Updates und Produktreleases
  • Erhöhter Kundenfokus und folglich erhöhte Kundenzufriedenheit
  • Besserer Umgang mit komplexen Projekten und Sachverhalten
  • Erhöhte Mitarbeiterzufriedenheit
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Author: Tyson Zemlak

Last Updated: 02/13/2023

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