Die Geschichte des Cellos | Superprof (2023)

Das Cello gehört wie die Geige und die Bratsche zur Familie der Streichinstrumente. Alle drei Instrumente weisen große Ähnlichkeiten in der Bauart und der Spielweise auf. Damit ein Klang entsteht, wird mit einem mit Rosshaar bespannten Bogen über die Saiten gestrichen. Die Tonhöhe wird verändert, indem die Saiten auf dem Griffbrett heruntergedrückt werden.

Der Unterschied zwischen der Geige, der Bratsche und dem Cello liegt einzig in ihrer Größe und damit auch der Tonlage: je größer das Instrument, umso tiefer klingt es. In einem Orchester sind die Geige und die Bratsche für die Sopran-, beziehungsweise die Altlage zuständig. Das Violoncello übernimmt heutzutage in der Regel die Tenorstimme.

Das war aber nicht immer so. Vor der Entstehung des Kontrabasses, der ebenfalls zu der Familie der Streichinstrumente gehört, war das Cello für die Bassstimme verantwortlich und wurde selten als Soloinstrument eingesetzt. Mit den neuen Aufgaben in der Musik veränderte sich auch die Bauweise.

Entdecke mit uns die Geschichte des Cellos. Wir stellen Dir hier die Vorfahren der heutigen Streichinstrumente vor und erklären, wie sich das Violoncello über die Jahrhunderte entwickelt hat. Auf gehts zum Violinenunterricht der anderen Art!

Die besten Lehrkräfte für Geige verfügbar5 (11 Bewertungen) Birgit45€ /h1. Unterrichtseinheit gratis!5 (6 Bewertungen) Levin-sieun40€ /h1. Unterrichtseinheit gratis!5 (6 Bewertungen) Elena35€ /h1. Unterrichtseinheit gratis!5 (6 Bewertungen) Elena38€ /h1. Unterrichtseinheit gratis!5 (6 Bewertungen) Matthias40€ /h1. Unterrichtseinheit gratis!5 (4 Bewertungen) Christina60€ /h1. Unterrichtseinheit gratis!5 (6 Bewertungen) Louise30€ /h1. Unterrichtseinheit gratis!5 (7 Bewertungen) Jovana35€ /h1. Unterrichtseinheit gratis!5 (11 Bewertungen) Birgit45€ /h1. Unterrichtseinheit gratis!5 (6 Bewertungen) Levin-sieun40€ /h1. Unterrichtseinheit gratis!5 (6 Bewertungen) Elena35€ /h1. Unterrichtseinheit gratis!5 (6 Bewertungen) Elena38€ /h1. Unterrichtseinheit gratis!5 (6 Bewertungen) Matthias40€ /h1. Unterrichtseinheit gratis!5 (4 Bewertungen) Christina60€ /h1. Unterrichtseinheit gratis!5 (6 Bewertungen) Louise30€ /h1. Unterrichtseinheit gratis!5 (7 Bewertungen) Jovana35€ /h1. Unterrichtseinheit gratis!Und los geht's

Die Entstehung des Cellos: die Geschichte von Geige, Bratsche und Violoncello

Einfache Saiteninstrumente gab es wahrscheinlich schon vor mehreren tausend Jahren. Auf Höhlenmalereien aus der Altsteinzeit finden sich Abbildungen von Menschen, die mit einem Jagdbogen musizieren. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Instrumente immer komplexer, lauter und vielseitiger: die Resonanzkörper, die den Klang verstärken wurden verbessert und mehr Saiten für einen größeren Tonumfang hinzugefügt. Die älteren bekannten Saiteninstrumente, wie beispielweise die Lyra, wurden durch Zupfen der Saiten zum Klingen gebracht.

Die ältesten Hinweise auf einen Streichbogen finden sich in Asien und stammen aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. Die Forschung geht davon aus, dass sich die Instrumente von da aus in verschiedenen Teilen der Welt verbreitet wurden, wo sie sich unabhängig voneinander weiterentwickelten.

In Europa wurden Streichinstrumente ungefähr im 10. Jahrhundert n. Chr. bekannt. Die Rebec, die ihrerseits von der arabischen Rabab abstammt, verbreitete sich über Spanien auf dem europäischen Kontinent. Daneben war ab dem 11. Jahrhundert die Fidel in der einfacheren Bevölkerung ein beliebtes Instrument.

Die Geschichte des Cellos | Superprof (50)

Aus diesen mittelalterlichen Streichinstrumenten entwickelte sich die Vihuela; ein Instrument mit sechs Saiten, bei dem zwei verschiedene Bauformen und Spielweisen unterschieden werden können. Die Vihuela de Mano hatte ein rundes Schallloch und die Saiten wurden mit den Fingern gezupft. Sie gilt als eine der Vorläuferinnen der Gitarre. Die Saiten der Vihuela de Arco hingegen wurden mit dem Bogen angestrichen und sie hatte, ähnlich wie die Geige, zwei schlitzartige Schalllöcher.

Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts entwickelte sich in Italien neben der Vihuela de Arco eine weitere Form von mit dem Bogen gestrichenen Saiteninstrumenten: die Violen. Auch sie lassen sich in zwei Gruppen einteilen, die sich anhand der Form und der Spielhaltung unterscheiden lassen.

  • Viola da gamba (wörtlich: Beingeige): kleinere Instrumente wird auf den Oberschenkel gestellt, größere zwischen die Knie geklemmt; fünf bis sieben Saiten in Quart- oder Quart-Terz-Stimmung; Griffbrett mit Bünden
  • Viola da braccio (wörtlich: Armgeige): wird im Arm gehalten, große Instrumente zwischen die Knie geklemmt oder im Stehen gespielt; drei bis vier Saiten in Quint-Stimmung; bundloses Griffbrett

Die Geige, die Bratsche und das Cello sind eine Weiterentwicklung der Viola da braccio, von der unter anderem die Quint-Stimmung und die charakteristischen f-Löcher übernommen wurden. Der später entstandene Kontrabass hingegen weist Merkmale von beiden Instrumententypen auf; insbesondere die heute bei allen Modellen übliche Quart-Stimmung wurde von den Gamben übernommen.

Die Geschichte des Cellos | Superprof (51)

So hat sich das Cello entwickelt

Die ersten bekannten italienischen Violinbauer Andrea Amati, Gasparo da Salò und Paolo Maggini des beginnenden 17. Jahrhunderts bauten Streichinstrumente in allen Größen und Tonlagen. Die ersten Celli waren wahrscheinlich zumeist bereits viersaitige Instrumente mit 76 bis 86 cm Korpuslänge. Damit waren sie um einiges länger als moderne Standartinstrumente, die etwa 75 cm lang sind.

Die Größe der frühen Celli lässt sich auf ihre Verwendung in der Musik als Bassinstrument zurückführen. Bei viersaitigen Instrumenten war die Stimmung auf die Töne B – F – c - g üblich; also ein Ganzton tiefer als Celli heutzutage gestimmt werden. Da die Saiten zu dieser Zeit ausschließlich aus Darm gefertigt wurden, brauchten sie eine gewisse Länge, um die tiefen Töne erzeugen zu können. Zudem musste der Korpus ausreichend voluminös sein, um sie ausreichend laut erklingen zu lassen.

Das Cello: ein Instrument im Wandel

Noch zu Beginn des 17. Jahrhunderts hatte das Violoncello keinen herausragenden Stellenwert in der Musik. Während sich die Geige und die Bratsche in den Orchestern zunehmend an Bedeutung gewannen, wurden für die tiefen Lagen bevorzugt Bassgamben eingesetzt. Erst im Spätbarock konnte sich das Cello zunehmend als Orchester- und schließlich auch als Soloinstrument durchsetzen. Zu verdanken ist dies nicht zuletzt den bekannten Cellisten dieser Zeit.

Zur gleichen Zeit begann man die Darmsaiten mit einem Metalldraht zu umwickeln, damit sie eine größere Spannung aushalten. Gleichzeitig war es so auch möglich, deutlich dickere Saiten herzustellen als zuvor. Dadurch konnten erstmals auch Streichinstrumente mit einem etwas kleineren Korpus tiefe Töne voll und laut wiedergeben.

Dies hatte zur Folge, dass ab 1700 einerseits zunehmend kleinere Violoncelli gebaut und andererseits auch ältere Instrumente verkleinert wurden. Bei diesem sogenannten „Verschneiden“ wurde der Korpus oben und unten abgeschnitten und die Zargen schmaler gemacht.

Die baulichen Änderungen führten unter anderem auch dazu, dass das die Saiten auch in den hohen Lagen besser ansprachen und durch die kürzeren Abstände das Greifen der Töne leichter wurde. So konnten auch schnelle Passagen präzise gespielt werden, was ein virtuoses Spielen begünstigt.

Mit dem häufigeren Einsatz des Cellos in Orchestern wurde auch die Stimmung angepasst und um einen Ganzton auf C – G – d – a (eine Oktave tiefer als die Bratsche) erhöht. Diese Stimmung war im deutschsprachigen Raum wahrscheinlich bereits seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert üblich und setzte sich schließlich in ganz Europa, zuletzt in Frankreich und England Mitte des 18. Jahrhunderts, durch. Bis heute ist sie die Standartstimmung für Celli geblieben. Ab dieser Zeit wurden auch vermehrt Stücke für Solovioloncello komponiert.

Antonio Stradivari: das Cello erhält seine heutige Form

Die Geschichte des Cellos | Superprof (52)

Der legendäre Geigenbauer Antonio Stradivari hat während seiner ganzen Schaffenszeit Streichinstrumente in verschiedenen Größen gebaut. Darunter auch 70 bis 80 Violoncelli, von denen heute noch mehr als 60 existieren und die zu den berühmtesten und teuersten Instrumenten der Musikgeschichte gehören.

Stradivaris Berühmtheit ist nicht nur darin begründet, dass seinen Instrumenten ein außergewöhnlicher und bis heute unerreichter Klang nachgesagt wird, sondern auch in den Änderungen, die er in der Bauweise vornahm. Er setzte neue Maßstäbe, die von allen nachfolgenden Geigenbauern übernommen wurden und bis heute als Standard gelten. Ab 1710 baute Stradivari nur noch Celli mit einer Korpuslänge von 75 bis 76 cm, einer Breite von 34 bis 35 cm oben und 44 cm unten sowie einer Zargenhöhe von 11,5 cm.

Die Modernisierung des Cellos ab 1800

Die letzte große bauliche Veränderung erlebte das Cello ab 1800, als sich im Zuge der Aufklärung und der Französischen Revolution die Gesellschaft wandelte. Mit dem Aufstieg des Bürgertums waren Konzerte nicht mehr nur dem Adel vorbehalten. Immer mehr Menschen besuchten die Auftritte von großen Virtuosen und bekannten Orchestern, weshalb diese auch in immer größeren Räumlichkeiten stattfanden. Im 19. Jahrhundert gewann das Cello als Soloinstrument zunehmend an Bedeutung. So stammen auch viele der berühmtesten Cellokonzerte aus dieser Zeit.

Damit die Instrumente auch große Säle und weite Plätze klanglich ausfüllen konnten, musste ihre Tragweite und Lautstärke erhöht werden. Gleichzeitig gewann das virtuose Solospiel an Bedeutung, das leicht ansprechende Saiten mit einem klaren, durchdringenden Klang verlangt.

Das Cello erfuhr dadurch, wie alle Streichinstrumente der Violinfamilie, seine letzten großen baulichen Veränderungen:

Um die Lautstärke zu erhöhen, baute man den Steg höher und dünner als zuvor. Zur leichteren Ansprache und einem klareren Ton gelang man durch dünnere Saiten, deren Spannung durch Zurückbiegen des Halses erhöht wurde. Damit die übliche Stimmung trotzdem beibehalten werden konnte, mussten die Saiten verlängert werden. Dies geschah durch eine Verlängerung des Halses und des Griffbretts. Der höhere Saitendruck auf die Decke wurde durch die Verstärkung des Bassbalkens und des Stimmstocks ausgeglichen.

Wann erhielt das Cello den Stachel?

Die Geschichte des Cellos | Superprof (53)

Heutzutage wird ein Cello auf einen Stachel gestellt, damit die Schwingung des Holzes nicht vom Boden abgedämpft wird. Obwohl bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts erste Instrumente mit Stachel gebaut wurden, dauerte es noch ungefähr 150 Jahre, bis sich diese Spielhaltung durchsetze.

Bis dahin wurde das Violoncello wie die Bassgambe zwischen die Knie geklemmt, ohne dass es den Boden berührte. War das wegen der Größe des Instruments nicht möglich, wurde es im Stehen gespielt und dabei direkt auf den Boden gestellt oder mit einem Band um den Hals gehängt. So war sogar ein Spielen im Gehen möglich (z.B. bei Prozessionen).

Erst ab 1820 wurde in Orchestern vermehrt ein Cellostachel verwendet, um den Kraftaufwand für die Beine zu minimieren und lange ruhige Töne lauter und schöner klingen zu lassen. Im Solospiel setze sich der Stachel erst ab 1850 durch, was auch mit den Anforderungen des neuaufkommenden Cello-Repertoires zu tun hat. Bei der Haltung zwischen den Knien, sind die Beine beim Spielen in hohen Lagen im Weg und bei schnellen Lagenwechseln rutscht das Instrument leicht weg. Zudem erleichtert der Stachel das Spielen mit Vibrato.

Die Geschichte des Cellos und seiner Bauweise ist also eng mit der Musikgeschichte im Allgemeinen verknüpft. Über mehrere Jahrhunderte hinweg wurde das Violoncello den wechselnden Anforderungen angepasst, um so zu klingen, wie es sich die Komponisten wünschten.

Top Articles
Latest Posts
Article information

Author: Dr. Pierre Goyette

Last Updated: 12/26/2022

Views: 6007

Rating: 5 / 5 (50 voted)

Reviews: 81% of readers found this page helpful

Author information

Name: Dr. Pierre Goyette

Birthday: 1998-01-29

Address: Apt. 611 3357 Yong Plain, West Audra, IL 70053

Phone: +5819954278378

Job: Construction Director

Hobby: Embroidery, Creative writing, Shopping, Driving, Stand-up comedy, Coffee roasting, Scrapbooking

Introduction: My name is Dr. Pierre Goyette, I am a enchanting, powerful, jolly, rich, graceful, colorful, zany person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.